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NRW-Patent-Validierung - Wie haben sich geförderte Forschungsprojekte bisher entwickelt?

Wissenschaftler der Förderrunde 2015 berichten über den aktuellen Projektstatus

PROvendis hat nachgefragt: Was ist eigentlich aus den geförderten Projekten der NRW-Patent-Validierung 2015 geworden? Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Langmann vom Uniklinikum Köln, Universität zu Köln und Prof. Dr. Harald Neumann, Universität Bonn vom Projekt "PolySia avDP20" und Prof. Dr.-Ing. Gerd Bumiller, Hochschule Ruhr West, vom Projekt "OPoLiCom" berichten über die Entwicklung ihrer Projekte.

Wie ist der aktuelle Projektstatus?

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Langmann, Prof. Dr. Harald Neumann:

Die anti-entzündliche Wirkung der niedermolekularen Polysialinsäure (PolySia avDP20) auf humane Phagozyten konnte bestätigt werden. Weiterhin konnte in einem Tiermodell der altersbedingten Makuladegeneration gezeigt werden, dass die intravitreale Applikation von PolySia avDP20 sowohl die Entzündungsreaktion als auch die vaskuläre Schädigung verhindert. Die Daten hierzu werden demnächst in einem Artikel in der renommierten internationalen Zeitschrift ‘EMBO Molecular Medicine’ veröffentlicht.

Prof. Dr.-Ing. Gerd Bumiller:

OPoLiCom beschreibt ein Verfahren zur energieeffizienten Datenübertragung über ein Stromnetz (Power Line Communication, PLC), wobei die Ankoppelimpedanz des Senders an das Netz in Abhängigkeit von der Frequenz gemessen wird und nur die ODFM-Frequenzen im Sendeband ausgewählt werden, bei denen die Ankoppelimpedanz ausreichend hoch ist. Das Fehlen von Frequenzen kann  durch Korrekturmechanismen im OFDM-Verfahren ausgeglichen werden. Durch das Verfahren ist eine energieeffiziente Einkoppelung der Daten bei ausreichend hohen Signalpegeln beim Empfänger möglich. Somit kann diese PLC Technologie auch in Produkten mit strengen Energieeffizienz auflagen eingesetzt werden und vergrößert hiermit den potenziellen Markt für diese Produkte. 

Zu welchem Zeitpunkt des Projekts kam die Förderung?

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Langmann, Prof. Dr. Harald Neumann:

Die Förderung kam in einem kritischen Stadium des Projektes, an der Schnittstelle von Grundlagenforschung zur angewandten Forschung. Durch die Förderung wurde die präklinische Entwicklung der Substanz vorangebracht und ein Einwerben von weiteren Fördermitteln zur Weiterentwicklung der Substanz ermöglicht.

Prof. Dr.-Ing. Gerd Bumiller:

Bis zum Zeitpunkt der Förderung lag die Erfindung als Idee mit Simulationen basierend auf angenommene Kanaleigenschaften und einer Veröffentlichung ohne Funktionalitätsnachweis vor. Die angenommenen Kanaleigenschaften brühten auf Beobachtung von Verhalten von Geräten und einzelnen Veröffentlichungen von Messwerten. Eine direkte Messung mit Standardmessequipment am Stromnetz ist nicht möglich. Eine Vermarktung der Idee ohne Nachweis der Annahmen und Funktionsbeweis in einem Demonstrator war wenig erfolgversprechend.

Wie hat sich das Projekt seitdem entwickelt?

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Langmann, Prof. Dr. Harald Neumann:

Die wesentlichen Ergebnisse zur Wirkung der Polysialinsäuren auf Immunzellen konnten validiert werden. Weiterhin haben wir einen zweiten Wirkmechanismus von PolySia avDP20 finden können, nämlich eine potente Inhibition der überschiessenden Komplementkaskade. Damit ergeben sich synergistische Effekte, die eine Anwendung von PolySia avDP20 als Therapie der altersbedingten Makuladegeneration noch interessanter werden lassen.

Prof. Dr.-Ing. Gerd Bumiller:

Mit Anlauf der Projektförderung konnten wir die benötigten Module für ein Messsystem beschaffen, eine Auswertesoftware entwickeln und das Messsystem kalibrieren. Wir konnten mit den Messgeräten erste Einkoppelimpedanz-Messungen durchführen und die Annahmen für die Patentidee bereits in den ersten Labormessungen bestätigen (siehe Abbildung). Es stellte sich dabei heraus, dass der Einsatzbereich der Patentidee erweitert werden kann und somit die möglichen Anwendungsfälle steigen. Weitere Messungen im Feld zusammen mit Energieunternehmen sind in Vorbereitung. Unsere Publikationen und Beiträge zur Einkoppelimpedanz-Messung auf internationalen Konferenzen und Workshops wurden sehr positiv aufgenommen. Erstes Interesse von Seiten einiger Chip-Hersteller konnten geweckt werden und Gespräche werden geführt.
Derzeit wird an einen Messaufbau gearbeitet, welche die gemessenen Impedanzen in einem Hardware-Emulator realisiert und eine genormten Messaufbau zur Bestimmung der Leistungsfähigkeit von PLC-Modems um diesen erweitert. Somit können die Probleme der bisherigen Modems in diesen Fällen messbar gemacht und bewertet werden.

Was erhoffen Sie sich noch für Ihr Projekt?

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Langmann, Prof. Dr. Harald Neumann:

Wir planen die vielversprechende Substanz PolySia avDP20 als mögliches Therapeutikum der AMD in den nächsten zwei Jahren an den Universitäten Bonn, Köln und Hannover präklinisch weiterzuentwickeln, um den Herstellungsprozess der Substanz zu optimieren, die Pharmakokinetik/-dynamik besser zu verstehen und mögliche toxische Effekte zu erfassen.

Prof. Dr.-Ing. Gerd Bumiller:

Im nächsten Schritt wird dann ein Demonstrator für die Patentidee realisiert, die in diesem Messaufbau die Lösung der Probleme dokumentiert. Mehrere Chip-Hersteller haben schon Interesse bekundet sich dies anzusehen. Wir gehend dann davon aus, dass wir sehr gute Chancen haben das Patent erfolgreich zu vermarkten.

Wie hat PROvendis Sie begleitet?

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Thomas Langmann, Prof. Dr. Harald Neumann:

PROvendis hat uns von Anfang an hilfreich beraten und unterstützt uns bei der Suche nach einer patentrelevanten und medizinisch optimalen Verwertung der Ergebnisse.

Prof. Dr.-Ing. Gerd Bumiller:

PROvendis hat uns über die gesamt Projektlaufzeit hinweg stets kompetent beraten, mit Unterstützung von PROvendis gelangen uns eine erfolgreiche PCT Patentanmeldung und die Förderung des Projekts „NRW-Patentvalidierung “, ohne welches an eine Vermarktung des Patents wahrscheinlich nicht zu denken wäre.

Link zur Pressemitteilung NRW-Patent-Validierung 2016: Wenn wissenschaftliche Ideen durch erfolgreichen Technologietransfer Einsatz in der Gesellschaft finden: Elf Hochschulerfindungen erhalten Millionen-Förderung mit dem Programm „NRW-Patent-Validierung“

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