Die von Professor Dr. Gröger und Dr. Yang entwickelte Erfindung, die im Rahmen des Hochschulverbundes innovation2business.nrw von PROvendis betreut wird, ermöglicht es erstmals, biokatalytische Prozesse bei Temperaturen von über 100 Grad Celsius effizient durchzuführen. Durch die gezielte Verkapselung von Enzymen bleiben diese auch unter extremen Bedingungen stabil und aktiv, wodurch nachhaltige und ressourcenschonende Produktionsverfahren in der chemischen Industrie realisierbar werden.
Die ausgezeichnete Technologie stellt eine vielversprechende Lösung für den aktuellen Rohstoffwandel in der chemischen Industrie dar. Biokatalytische Verfahren gelten als besonders nachhaltig und selektiv, waren bislang jedoch durch die geringe Hitzestabilität der Enzyme als Katalysatoren und somit Reaktionsbeschleuniger stark limitiert. Der neue Ansatz überwindet diese Hürde und ermöglicht chemische Transformationen unter Bedingungen, die bisher klassischen, oft ressourcenintensiven Katalyseverfahren vorbehalten waren.
Insbesondere in der Herstellung von Kosmetik-, Duft- und Aromastoffen eröffnet die Erfindung neue Perspektiven für nachhaltigere Produktionsprozesse bei gleichzeitig hoher Wirtschaftlichkeit. Mit ihrer interdisziplinären Forschung zeigen Gröger und Yang eindrucksvoll, wie sich exzellente Grundlagenforschung mit konkreter industrieller Anwendbarkeit verbinden lässt. Nach weiterer Prozessoptimierung ist der nächste Schritt die Pilotierung und der Transfer in industrielle Anwendungen.
Seit 2019 vergeben die Universitätsgesellschaft Bielefeld und die Universität Bielefeld gemeinsam den Jörg Schwarzbich Inventor Award, der zu den renommiertesten Auszeichnungen der Universität zählt und das Ziel verfolgt, wissenschaftliche Innovationen gezielt in die praktische Anwendung zu bringen.
Weitere Informationen
↗ Biokatalyse jenseits der Hitzeschranke ausgezeichnet – Aktuell Uni Bielefeld
Veröffentlicht am 13.04.2026
