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Sieger des Wettbewerbs BioRiver Boost! 2018 sind gekürt

Glückliche Gewinner: Die Gründer von Priavoid GmbH, Black Drop Biodrucker GmbH und Sphairlab GmbH. © BioRiver

Life Science für die Zukunft – unter diesem Motto konnten sich beim Finale des Wettbewerbs BioRiver Boost! am 18. Oktober 2018 im Wuppertaler Forschungszentrum der Bayer AG diese drei Start-ups durchsetzen: Priavoid GmbH, Black Drop Biodrucker GmbH, Sphairlab GmbH. Der Wettbewerb des Vereins für Life Science im Rheinland BioRiver gibt jungen Gründern die Chance, konkrete Kooperationen mit Marktführern der Industrie zu verabreden oder Investoren zu gewinnen. Alle Finalisten erhalten Anregungen zur schärferen Profilierung ihrer Geschäftsmodelle sowie konkrete Impulse zur Weiterentwicklung von Produkten und Ideen.

Organmodelle aus dem 3D-Biodrucker

Die Black Drop Biodrucker GmbH entwickelt 3D-biogedruckte Organmodelle, die die Erforschung neuer Wirkstoffe und Medikamente revolutionieren könnte. Die biologischen Gewebe versprechen nicht nur enorme Kosten- und Zeitersparnisse, sondern bieten auch die Möglichkeit, den Einsatz von Tierversuchen in der präklinischen Forschung zu verringern.

„Black Drop setzt hierfür eine patentierte Drucktechnologie ein, bei der lebende Zellen in eine an Gelatine erinnernde Flüssigkeit eingebettet und zu dreidimensionalen Strukturen verdruckt werden“, führt Dr. Ing Andreas Blaeser, Geschäftsführer des Unternehmens, aus. Nach mehrwöchiger Kultivierung in speziellen Brutschränken, wachsen hieraus Gewebe-ähnliche Strukturen heran, die bestimmte Teilfunktionen natürlicher Organe nachahmen können. „Die größte Herausforderung bei der Züchtung Gewebe-ähnlicher Strukturen besteht darin, die lebenden Zellen mit Nährstoffen und Sauerstoff zu versorgen. Im menschlichen Körper gelingt dies durch ein weit verzweigtes Kapillarnetzwerk. Black Drop hat ein Druckverfahren entwickelt, das es ermöglicht, diese Kapillarnetzwerke mittels 3D-Biodrucktechnologie in vereinfachter Form nachzubauen“, so Blaeser. Mit Unterstützung von PROvendis wurde die am Universitätsklinikum Aachen entwickelte Technologie bereits in mehreren Schutzrechtsfamilien zum Patent angemeldet. PROvendis begleitet sowohl das Universitätsklinikum Aachen als auch die Ausgründung in Fragen zur Schutzrechtstrategie und zum Portfoliomanagement.

Neuer Wirkstoff gegen Alzheimer

Ein Leben ohne Demenz – so könnte in aller Kürze die Vision des biopharmazeutisches Unternehmen Priavoid GmbH beschrieben werden. Das Start-up beschäftigt sich mit der Entwicklung neuartiger Therapien für Patienten mit Erkrankungen des Nervensystems. „Neurodegenerative Krankheiten werden durch toxische Verbände, sogenannte Oligomere, verursacht und vorangetrieben. Diese bestehen aus mehreren für sich harmlosen Einzelbausteinen, den Monomeren“, erläutert Prof. Dieter Willbold, Initiator des Projekts. „Frühere und gegenwärtige Entwicklung von Medikamenten zielten und zielen überwiegend darauf, die Bildung von harmlosen Monomeren zu reduzieren oder Monomere, Oligomere und Fibrillen mit Antikörpern zu markieren in der Hoffnung, dass diese von Abwehrzellen erkannt und abgebaut werden.“ Bisher führte keine dieser Strategien zum Erfolg. Zu den Resultaten des neuen Wirkstoffkandidaten, der im Gegensatz zu Antikörpern einfach als Tablette oder Kapsel zu verabreichen ist, sagt der Biochemiker: „Wir zerstören mit unseren Wirkstoffkandidaten toxische Oligomere direkt und ohne uns auf das Immunsystem verlassen zu müssen. Unsere Strategie für Alzheimer hat ihre Wirksamkeit in Tierversuchen und in mehreren Laborstudien erfolgreich bewiesen. Selbst Alzheimer-Mäuse mit weit fortgeschrittener Erkrankung konnten wir wieder zu einem funktionierenden Gedächtnis verhelfen.“

Reinraum aus Stoff

Bei dem „sphairlab“ handelt es sich um einen Reinraum aus Stoff statt aus Stein oder Metall. Daher ist es viel flexibler, leichter und mobiler als herkömmliche Reinräume. „Ein sphairlab wird exakt auf die räumlichen Anforderungen vor Ort aus Stoff zugeschnitten und kostet nur die Hälfte eines Standard-Reinraums“, erläutert Entwickler Dipl. Ing. Wolfgang Hassa von sphairlab GmbH. „Da sich die Hülle durch den Innendruck trägt, benötigt unsere Neuentwicklung keine Metallträger und ist in kurzer Zeit aufgebaut. Es kann nach GMP und ISO Richtlinien zugelassen werden und besticht dabei durch seine Transparenz und hohe Ästhetik.“

Der Wettbewerb 2018 stand unter der Schirmherrschaft von Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen. In der diesjährigen Fachjury vertreten waren Repräsentanten von global agierenden Konzernen: Bayer, Henkel, Janssen-Cilag, Lonza, QIAGEN und UCB Pharma.  

Weitere Informationen finden Sie unter www.bioriver.de

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