Im Mittelpunkt standen Themen wie die Bewertung und Erfassung von Software, urheber- und lizenzrechtliche Fragestellungen, Schutzrechtsstrategien sowie konkrete Verwertungsmodelle. Ergänzt wurde das Programm durch praxisnahe Fachbeiträge, aktuelle Fallbeispiele und interaktive Diskussionsformate.
Ein besonderer Fokus lag auf dem Themenfeld Softwaretransfer und Ausgründungen. Anhand der Gründung „Meshcapade“ wurde aufgezeigt, wie forschungsbasierte Software in marktfähige Geschäftsmodelle überführt werden kann und welche zentrale Rolle Software dabei insbesondere in Deep-Tech-Gründungen spielt.
Im internationalen Vergleich wurde die wachsende Bedeutung softwarebasierter Geschäftsmodelle hervorgehoben. Dabei wurde deutlich, dass Software eine zentrale Grundlage akademischer Ausgründungen darstellt und sich spezifische Herausforderungen in der Abgrenzung und Einordnung von Software im Kontext geistigen Eigentums ergeben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Software Due Diligence im Transferprozess. Diskutiert wurden insbesondere Fragen der Urheberrechtsklärung, der Umgang mit Miturheberschaften sowie die rechtliche Zuordnung im Beschäftigungskontext beleuchtet. Ebenso im Fokus standen die Identifikation und Bewertung von Open-Source- und Drittkomponenten sowie die Analyse von Lizenzkompatibilitäten und bestehenden vertraglichen Verpflichtungen. Als wichtiges Instrument wurde in diesem Zusammenhang der Aufbau und die Nutzung von Software Bill of Materials (SBOM) hervorgehoben. Die Diskussion machte deutlich, dass Software Due Diligence derzeit häufig mit hohem manuellem Aufwand verbunden ist und ein zunehmender Bedarf an automatisierten Lösungen sowie standardisierten Prozessen besteht.
Am Beispiel unterschiedlicher Forschungseinrichtungen wurden verschiedene Transferpfade aufgezeigt. Diskutiert wurde insbesondere die Open-Source-basierte Verwertung, die auch als Grundlage für Spin-off-Gründungen dienen kann. Ergänzend wurden weitere Lizenzierungs- und Verwertungsmodelle in den Blick genommen. Ergänzend wurden verschiedene Verwertungsoptionen diskutiert, darunter exklusive und nicht-exklusive Lizenzierungen sowie der vollständige Verkauf von Softwarerechten. Deutlich wurde, dass die Wahl des geeigneten Modells stark von der jeweiligen IP-Situation, vorhandenen Drittkomponenten, bestehenden Abhängigkeiten sowie den strategischen Zielsetzungen der Forschungseinrichtungen abhängt.
Ein kontrovers diskutiertes Fallbeispiel stellte die Python-Bibliothek „chardet“ dar. Im Kontext einer KI-gestützten Neuentwicklung und der damit verbundenen Umstellung der Lizenz von einer Copyleft behafteten LGPL-Lizenz auf eine permissive Form wurden rechtliche und ethische Fragestellungen erörtert. Im Zentrum stand insbesondere die Frage, inwieweit KI-generierter Code als eigenständige Implementierung bewertet werden kann und welche Auswirkungen sich daraus für Open-Source-Strategien und die kommerzielle Nutzung ergeben. Ergänzend standen Ansätze zur Standardisierung und Automatisierung von Software Due Diligence im Fokus, mit dem Ziel einer effizienteren, skalierbaren sowie rechtssicheren Bewertung von Software im Transferprozess.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Dezernat 4 „Forschung und EU-Hochschulbüro, Technologietransfer“ der Leibniz Universität Hannover.
Als Mitglied der TransferAllianz nahm auch PROvendis an der Veranstaltung teil. Vor Ort brachte Innovationsmanager Salih Çakmak seine Expertise in die Diskussionen ein und nutzte die Gelegenheit, den Austausch mit Vertreter*innen aus Wissenschaft und Transferpraxis weiter zu vertiefen.
Als Teil der TransferAllianz, dem bundesweiten Netzwerk für Wissens- und Technologietransfer, vereint der Arbeitskreis Software Expert*innen aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Patentverwertungsagenturen und weiteren Transferdienstleistern. Ziel ist der institutionsübergreifende Austausch von Erfahrungen und Best Practices sowie die gemeinsame Entwicklung praxisnaher Lösungsansätze für den Umgang mit Software. Dazu gehören die Erfassung und Bewertung von Software, urheberrechtliche Aspekte, Schutzmöglichkeiten sowie Verwertung und Vertragsgestaltung.
Neben den fachlichen Diskussionen bot das Treffen Raum für die Einbringung eigener Themen, Erfahrungsberichte und Beiträge aus der Praxis. Ein gemeinsames Abendessen am ersten Veranstaltungstag bildete einen bewährten Rahmen für persönlichen Austausch und Vernetzung innerhalb des Arbeitskreises.
Weitere Informationen
↗ Arbeitskreis Software | Transferallianz
Veröffentlicht am 30.04.2026
