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Wie Verfahrenstechnik Medikamente wirksamer macht

09.04.2026 – Forschungsprojekt „Schmelzelektrofilter“ der TU Dortmund erhält VIP+-Förderung.

Ein Wirkstoff garantiert nicht automatisch Wirkung. Damit ein Medikament im Körper optimal aufgenommen wird, muss es sich zum Beispiel in Wasser lösen – das ist nicht immer der Fall. Wie sich Arzneistoffpartikel optimal in eine Hilfsstoffträgermatrix einbetten lassen, um so die Bioverfügbarkeit von pharmazeutischen Wirkstoffen zu erhöhen, erforscht Prof. Dr. Markus Thommes mit seinem Team aus dem Fachbereich Biochemische und Chemische Verfahrenstechnik der Technischen Universität Dortmund. Nach erfolgreicher Patentierung wird die Erforschung des so genannten „Schmelzelektrofilters“ nun im Rahmen des Bundesförderprogramms VIP+ mit knapp einer Million Euro gefördert.

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung gut löslicher Dispersionen

Das Forscherteam um Prof. Thommes hat einen neuartigen elektrostatischen Abscheider auf Basis von Nasselektroabscheidern entwickelt. Damit können Arzneistoffpartikel vorzugsweise im Submikron-Bereich gleichmäßig und schonend in eine Trägermatrix aus Hilfsstoffen eingebettet werden. Die Arzneistoffpartikel werden zunächst durch Sprühtrocknung erzeugt und nach dem Abkühlen zum Schmelzelektrofilter transportiert. Die Sammelelektrode ist mit einer Schmelze bedeckt, die nach dem Erstarren als Matrix dient. Um Partikel im niedrigen Mikrometerbereich zu erhalten, wurde zudem ein neuartiger Aerosol-Generator entwickelt, der dem Schmelzelektrofilter vorgeschaltet werden kann. „Mit unserem Verfahren und der Vorrichtung konnten wir bereits eine signifikante Verbesserung des Auflösungsverhaltens schlecht wasserlöslicher Wirkstoffe beobachten. Wir freuen uns, dass wir mit der Validierungsförderung die Technologie nun weiterentwickeln können“, erklärt Prof. Thommes von der TU Dortmund. Die Erfindung soll bevorzugt der Herstellung einer pharmazeutischen Zusammensetzung dienen, kann aber auch im Bereich der Lebensmitteltechnologie und des Pflanzenschutzes Verwendung finden.

Patentierung als Schlüssel zur Forschungsförderung 

Die strategische Patentanmeldung, welche die PROvendis GmbH als zentraler Dienstleister des Verbunds innovation2business.nrw im Auftrag der TU Dortmund vorbereitet und eingereicht hat, hat sich als maßgeblicher Erfolgsfaktor bei der Einwerbung von Validierungsprojekten erwiesen. Das Patent, das seit Mai 2025 in den USA erteilt ist und zudem europäischen Schutz genießt, setzte sich bereits im Förderwettbewerb „NRW-Patentvalidierung 2020“ durch. Mit Fördermitteln in Höhe von 200.000 Euro konnte der technologische Reifegrad gezielt erhöht werden. Das hat den Weg für die Validierungsförderung VIP+ geebnet: Zum 1. April 2026 erhält das Projekt von Prof. Thommes und seinem Team eine weitere Förderung in Höhe von 967.331,31 Euro. „Auf dem Weg Richtung Markt sehen wir, dass unser breit aufgestelltes Schutzrechtsportfolio ein bedeutender Faktor ist, um erfolgreich Förderungen einzuwerben.“

VIP+ Förderprogramm

Das Förderprogramm „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt lädt Wissenschaftler*innen ein, den ersten Schritt in Richtung wirtschaftlicher Wertschöpfung oder gesellschaftlicher Anwendung ihrer Forschungsergebnisse zu gehen. Die Validierung bildet im Prozess des Wissens- und Technologietransfers die Brücke zwischen der Ideenfindung und Anwendung. Ziel der Validierungsphase ist es, das Innovationspotenzial der Forschungsergebnisse zu prüfen, nachzuweisen und zu bewerten sowie mögliche Anwendungsbereiche zu erschließen.


Kontakt TU Dortmund  

Prof. Dr. Markus Thommes, markus.thommes@tu-dortmund.de