Medizintechnik

Schutzhülle aus Hefezellen - Wertstoffe sicher natürlich verkapseln

Ref.-Nr. 5502

Keywords: Verkapselung mit Hefezellen, Wertstoff- und Wirkstoffverkapselung, Schutzhülle aus Hefezellen

Die Zellwände von “verbrauchten” Hefezellen sind noch voll intakt. Sie eignen sich daher als Verkapselungsmaterial – quasi als “Schutzhülle” für verschiedene empfindliche Substanzen wie ätherische Öle.

Befeuchtet man die Hefezellwände, werden sie durchlässig: Die Moleküle eines beigefügten Wertstoffes diffundieren in das Innere der Hefezelle und reichern sich dort an. Durch einen anschließenden Trocknungsprozess werden die Zellwände versiegelt – der Wertstoff ist nun im Inneren der Zelle verkapselt. Auf diese Weise ist er gut vor Umwelteinflüssen wie Sauerstoff, UV-Strahlung oder hohen Temperaturen bis 200°C geschützt. Insbesondere  temperatur- und oxidationsempfindliche Wertstoffe lassen sich in den Hefezellen gut lagern, transportieren und gezielt wieder freigeben. Die Freigabe des Wertstoffes aus den Mikrokapseln kann durch eine gezielte Zugabe von Wasser gesteuert werden. Dieses Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Mikrokapseln zur Verkapselung von Wertstoffen basiert auf dem Hochdrucksprühverfahren CPF (Concentrated Powder Form), das eine sehr materialschonene Verabeitung von unter 40°C zulässt.

Vorteile

  • Natürliche Schutzhülle
  • Nachwachsende Rohstoffe
  • Hohe Speicherkapazität
  • Schutz vor Umwelteinflüssen
  • Günstiges Ausgangsmaterial
  • Lager und Transportfähigkeit
  • Gezielte Wertstofffreigabe

Kommerzielle Anwendung

Die hergestellten Mikrokapseln können u.a. in der Lebensmittel- oder der pharmazeutischen Industrie Einsatz finden – die Wirkstoffe werden durch den gezielten Kontakt mit Wasser in Menschen oder Tieren freigesetzt. Möglich ist es auch, die mit dem Wirkstoff gefüllten Hefezellen in Form eines Kaugummis zu verarbeiten. Durch die mechanische und thermische Beanspruchung beim Kauen werden die Hefezellen geknackt und der Wirkstoff freigesetzt. Im Agrarbereich könnten Biozide durch den Kontakt mit Regenwasser aktiviert werden.

Aktueller Stand

Technologie-Reifegrad TRL 3

Eine Erfindung der Ruhr-Universität Bochum.

Dr. Thorsten Schaefer

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