Fortschrittliche Schiffstechnologie

Universität Bonn und Kooperationspartner erhalten BMBF-Validierungspreis VIP+

Weniger Reibung, weniger Treibstoff – eine einfache Formel, die Forscher im Schiffbau beschäftigt. Biologische Vorbilder wie der Schwimmfarn lieferten die Grundlage für Prof. Dr. Wilhelm Barthlott und sein Team an der Universität Bonn sowie Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Rostock: Ihr gemeinsames Forschungsprojekt zeigt, dass Schifftreibstoff mit Hilfe eines natürlichen Phänomens, dem sogenannten „Salvinia-Effekt", stark reduziert werden kann. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Projekt Ende März 2019 mit dem Validierungspreis 2019 VIP+ ausgezeichnet.

Die Natur als Vorbild: Bionisch lufthaltende Oberfläche

Gefragt sind Oberflächen, die Wasser abweisen. Denn je weniger Reibung zwischen Rumpf und Wasser besteht, umso weniger Energieaufwendung und damit auch Kosten und Emissionen entstehen. Dieser Herausforderung nähern sich die Wissenschaftler mit einer Luftschicht auf einer Oberfläche unter Wasser. Das Grundprinzip der Air-Retaining-Grids-Technologie orientiert sich an Tieren und Pflanzen wie z.B. den Schwimmfarnen der Gattung Salvinia, die den Luftspeicher vermutlich für den Gasaustausch nutzen.

Die Wissenschaftler haben die wasserabweisende Oberfläche mit einer permanent stabilen, eingegrenzten Luftschicht der Natur nachempfunden – aber in bisher einzigartiger Weise umgesetzt: Die verwendete Gitterstruktur wird mit Abstandshaltern über einer Oberfläche angebracht und verhindert das Eindringen von Wasser. So wird eine Luftschicht zwischen Gitter und Oberfläche eingeschlossen.

Mit Unterstützung von PROvendis wurde die Erfindung bereits zum Patent angemeldet. Im Auftrag der Universität Bonn bietet PROvendis interessierten Unternehmen jetzt Lizenzen für die wirtschaftlich attraktive Erfindung an – die Strukturen sind nicht nur einfach und kostengünstig herzustellen, sie können auch als Antifouling-Beschichtung eingesetzt werden.

VIP+: Innovationspotenziale erschließen

Die im Jahr 2015 gestartete themenoffene Fördermaßnahme "Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+" des BMBF unterstützt Wissenschaftler darin, exzellente technologische und nicht-technologische Ergebnisse aus der Forschung für eine spätere Anwendung oder Verwertung zu überprüfen.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung des BMBF  
Pressemitteilung der Universität Bonn
Pressemitteilung des KIT