Gründungsförderung für Lebensmittelforscher der Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Nach acht Jahren konnte sich beim Förderwettbewerb GO-Bio des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erstmals ein Forscherteam aus einer Fachhochschule durchsetzen: Professor Hans-Jürgen Danneel und seine Arbeitsgruppe am Institut für Lebensmitteltechnologie (ILT.NRW) der Hochschule Ostwestfalen-Lippe freuen sich über eine Förderung in Höhe von etwa zwei Millionen Euro, die am 18. April 2018 auf den Deutschen Biotechnologietagen bekannt gegeben wurde. Damit können die Wissenschaftler ein Unternehmen gründen, das hochwertige vegane Proteine für den Ernährungssektor produzieren wird.

Einmaliges Verfahren zur Herstellung veganer Proteine

Die Forscher haben ein einmaliges Verfahren entwickelt, mit dem aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten, die bei der Verarbeitung von Hafer, Mais, Raps oder Hopfen anfallen, die wertvollsten Proteinanteile angereichert und geringwertige oder unerwünschte Inhaltsstoffe entfernt werden können. Unter Mitwirkung von PROvendis haben Hochschule und Erfinder das Verfahren bereits zum Patent angemeldet, um sich die Rechte an ihrem geistigen Eigentum mit Zukunftspotenzial zu sichern.

100% ökologische Proteine für den Ernährungssektor

„Wir schaffen damit jenseits aller ideologischen Diskussionen erstmals qualitativ und sensorisch objektiv höherwertige Wettbewerbsprodukte zu den heute marktdominierenden Milch- oder Fleischproteinen“, so Projektleiter Danneel. Das Ergebnis sollen Proteine, also Eiweiß, sein, die 100 % pflanzlich, allergenfrei, gentechnikfrei und ökologisch sind und beispielweise für Sportler-, Baby- oder diätische Nahrung geeignet.

Förderung gibt Anschub für Produktion im Industriemaßstab

Im Rahmen der GO-Bio-Förderung sollen die wirtschaftliche Machbarkeit der Technologie ausgelotet und der „Proof of Technology“ anhand einer technischen Pilotanlage (Maßstab: 50 kg pro Tag) erbracht werden. Das Ziel: neue hochwertige Peptidmischungen zu entwickeln, die den Ansprüchen der Kunden an ein ökologisches und ernährungsphysiologisch wertvolles Produkt genügen und bessere Eigenschaften als bisherige pflanzliche Proteine aufweisen. Nach Ende der Förderung sollen die Produkte im Industriemaßstab (500 t pro Jahr) hergestellt werden.

Die BMBF-Fördermaßnahme GO-Bio unterstützt gründungswillige Forschende mit innovativen Ideen aus den Lebenswissenschaften in der frühen Projektphase. Für jede Förderrunde stellt das BMBF im Regelfall zwischen 15 und 30 Mio. Euro zur Verfügung. In der achten Ausschreibungsrunde konnten sich neben den Lebensmittelforschern der Hochschule Ostwestfalen-Lippe sieben weitere Forscherteams durchsetzen. 

Ein Video zum Projekt finden HIER